Kritiken Bernd Oliver Fröhlich

Orgel + Sax: Werke von Nicolas DeGrigny, Johann Sebastian Bach und Improvisationen

Orgel + Sax
Ein spärlich beleuchteter Dom und ein Mantra auf dem Saxophon standen am Beginn des innovativen Konzertes "Orgel + Sax". Während die Domkirche spärlich beleuchtet blieb, steigerte sich das Zusammenspiel von Domorganist Ludwig Lusser und Saxophonist Bernd Oliver Fröhlich von einem langsamen Herantasten nach dem verträumten Mantra zu einem intensiven Klangerlebnis, das in dieser Form einzigartig war.
Lusser und Fröhlich improvisierten gemeinsam über Werke von de Grigny und Bach, die im Original gleichsam als programmatischer Bonus auf der großen Metzler-Orgel ertänten.

Zu Beginn hallten experimentelle Klangmuster im sakralen Raum wider, deren Höhen oftmals zu grell anmuteten. In der Folge entfaltete sich aber in den melodischen Passagen ein Klangreichtum, der beiden Instrumenten gut zu "Gesicht" stand.

Manchmal traditionell, öfters gewagt und auch jazzig umtanzten einander das energische Saxophon und die majestätische Orgel und ließen viel Platz füreinander. Und dieses Umtanzen mutete manches Mal wie ein liebliches Stelldichein und ein anderes Mal wie eine wuchtige Umarmung an. In jedem Fall aber expressiv und virtuos.
2008-11-24, Niederösterreichische Nachrichten (M.K.)


C. Monteverdi: Vespro Della Beata Vergine

Gelungenes Wagnis eines sakralen Monumentalwerkes
Barocke Pracht und Klangschönheit entfaltete Claudio Monteverdis Marienvesper in der Reiner Stiftsbasilika.
Hunderte Zuhörer füllten die Stiftsbasilika in Rein bis auf den letzten Platz, um mit Claudio Monteverdis "Marienvesper" eine vom Vocalforum Graz angekündigte "barocke musikalische Kostbarkeit" zu erleben.
In der Grazer Choralschola, den Solisten Elisabeth Breuer, Cornelia Horak, Johannes Chum, Bernd Oliver Fröhlich, Thomas Wasserfaller, Herrand Melzer und Christiaan van de Woestiijne und dem Instrumentalensemble auf historischen Instrumenten unter Lucia Froihofer fand man zudem höchst kundige Interpreten Alter Musik, die ihre Begeisterung ebenso leidenschaftlich, lebendig und facettenreich wie der gut studierte Chor auf das Publikum übertrugen. Unter dem Dirigat von Franz M. Herzog verschmolzen die spannenden Einzelteile zu einem homogenen Ganzen.
2008-05-27, Kleine Zeitung (Eva Schulz)


Tiroler Weihnachtskonzert

Die Stille Nacht der Altvorderen
Der Kammerchor und das auf historischem Instrumentarium spielende, erstklassig besetzte Kammerorchester des Ferdinandeums vermittelten Form und Inhalt, klar akzentuierten Maria Erlacher, Bernhard Landauer, Bernd Oliver Fröhlich, Johannes Puchleitner und Ralf Ernst ihre Soli.
2007-12-25, Tiroler Tageszeitung (Ursula Strohal)


Huelgas Ensemble - Brumel, Manchicourt, Gombert

Reine Musik am Ufer der Charente
Heuer hinterlässt vor allem das Huelgas Enemble unter der Leitung von Paul van Nevel einen tiefen Eindruck. Zunächst weil die MESSE von Antoine Brumel aus dem ausgehenden XVten Jahrhundert ein schier umwerfendes und mutiges Werk ist. Vor allem aber, weil auch wenn Van Nevel seit über 30 Jahren im Bereich der Renaissance Choral Musik konkurrenzlos ist, sein Ensemble noch niemals so perfekt geklungen hat - 12 Sänger, die einander in Reinheit und Präzision einfach um nichts nachstehen.
2007-07-24, Le Figaro (Christian Merlin)


Amarilli, mia bella - Lautenlieder und Duette des Frühbarock

Könntest Du es vielleicht ertragen, von mir geliebt zu werden?
Lautenlieder und Duette in Altfranzösisch, Italienisch und Englisch von der Frührenaissance bis "Scarborough Fair". [...] Und Gesang. Gesang! Uneitel und niemals gelangweilt, sondern liednah dabei geben zwei Sänger Kostproben ihrer Kunst. Joel Frederiksens Bass [...] - ob solo, ob im Duett mit BERND OLIVER FRÖHLICH, das Publikum lauscht hingegeben, genießt die Liebesbeteuerungen an die schöne Amarilli.
2006-09-01, Paul Klinger Report (Elke A. Sommer)


Huelgas Ensemble - Chromatische Kunst in der Renaissance: Le Jeune, Marenzio, Gallus und Lassus

Les Académies musicales de Saintes 2004 - Huelgas Ensemble
Van Nevel und seine herausragenden Sänger, in einem Kreis angeordnet, zogen das Publikum um sich herum in atemberaubender Weise in Bann. (?) Van Nevel führte von der mittelalterlichen Polyphonie eines Clemens non Papa zur avantgardistischen Klangwelt Lassus?. Unter seiner Leitung verschmolzen die herrlichen, klaren Stimmen des Ensembles zu einem brillant kontrolliertem harmonischen Wunderwerk. Das wohl Beeindruckendste war eine Komposition von Vicento Lusitano, ?Heu me Domine? ? atemberaubend im Gebrauch der Halbtöne; Stimmen, die fast unmerklich auf und nieder gleiten, um schlussendlich fast ätherisch im Halbdunkel der Kathedrale nachzuklingen.
2004-08-02, The Independent (Andrew Clarke)


J. Everhartz: Das Krokodil

Keine Angst vorm Krokodil!
Es lässt sich darüber streiten, ob das von Fjodor M. Dostojewski im Erzählfragment Das Krokodil angeprangerte "ökonomische Prinzip" von Europa nach Russland eingeführt wurde, ob es umgekehrt war oder ob es nicht schon überall auf der Welt lauerte. So, wie das in der Schaubude ausgestellte Krokodil. Eigentlich ein fast zahnloser Klapperkasten, der die Situation aufmischt - nachdem der brave beamtete Russe Iwan Matwejewitsch (mit grossem Stimmumfang: Bernd Fröhlich) das Vieh mit einem Regenschirm sekkiert. Und das nur, um seiner Frau Jelena (darstellerisch überzeugend: Lisa Fornhammar) zu gefallen. Klar, dass sich das Vieh wehrt und ihn frisst. Hausfreund Semjon Semjonowitsch kommentiert das Geschehen vom Kaffeehaus aus. Die Personen in Jury EverhartzŽ gleichnamiger Oper (Librettofassung und Regie: K. Tornquist) handeln genauso, wie man es von ihnen in Zeitung der materialistischn Seelenlosigkeit erwartet. Hinzu kommen zwölf PianistInnen, die nebenbei singen. Eine absurde Irrfahrt in den ganz normalen Wahnsinn. Dirigent Marino Formenti hob die Produktion des sireneOperntheaters aus der Taufe.
2004-03-02, Der Standard (Beate Hennenberg)


Im Magen des Moloch
Umso markanter agierten dafür die Sänger. (...) Und der "Krokodil-Jonas" selbst. Wie unzurechnungsfähig Tenor Bernd Fröhlich zuweilen aus dem gefräßigen Moloch (in Wahrheit: ein grünes Klavier) hervorblickt, ist schon sehenswert. Wacker kämpft er sich durch die enorme Höhenlage seiner Partie. Und darf sich zuletzt mitsamt den übrigen soliden Kollegen (...) freuen.
2004-03-01, Wiener Zeitung (Christoph Irrgeher)


Clemencic Consort - G. Dufay : Musica Sacra

Il Gazzetino - Rovigomusica 2003
Den ganzen Abend hindurch bewiesen die Tenöre James Curry, Bernd Oliver Fröhlich und der Countertenor Bernhard Landauer ihre hervorragende Vokaltechnik im makellosen Wechselspiel der Partien.
2003-11-23, Il Gazzetino (Teresa Bisi)


F. Schubert - "Schöne Welt, wo bist Du?" Gesänge und Briefe

Große Freude und Leichtigkeit
Große Freude und Leichtigkeit, ohne jede Künstlichkeit, kennzeichneten dieses äußerst vergnügliche Konzert; das Zusammenwirken aller Ausführenden war genau und harmonisch.
? Maria Bayer, Alt, sang ?Die Liebe hat gelogen? und ?Der Jüngling auf dem Hügel?, schön interpretierte, schwermütige Lieder, die ihrer weichen, vollen Stimme gut lagen ? Widmers Gesang war beeindruckend und die Wiedergabe des letztgenannten (Leiermann) mit leisester Stimme sehr stark. Bernd Oliver Fröhlich sang mit seiner schönen und hellen Stimme ? Renate Burtscher löste ihre Aufgabe als Sprecherin brilliant, und ihre Darbietung des Melodrams mit Jónas (dem Pianisten), war hervorragend?
2003-09-18, Morgunbladid


Huelgas Ensemble / Biennale der Vokalmusik - G. Dufay: Isorythmische Motetten

Biennale d?art vocal in der Cité de la Musique
Verneigen wir uns zunächst vor der Arbeit und der Qualität der Interpretation des Huelgas Ensemble unter der Leitung von Paul van Nevel. Jeder Monotonie ausweichend, variiert das Huelgas Ensemble meisterhaft Klangfarben und Stimmapparat.
2003-06-11, Res Musica (Michèle Tosi)


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last update: 2008-12-04